Geschichtlicher Rückblick

In Mesopotamien kam man bereits 2000 v. Chr. dem Geheimnis des Glases auf die Spur. 1500 v. Chr. erlebte das ägyptische

Sandglas seine Hochblüte. Das erste einigermaßen klare und durchsichtige Glas entstand um 700 v. Chr., 670 Jahre später entdeckte

man im Römischen Reich die Kunst des Glasblasens. Durch den Zerfall des römischen Reiches nahm auch die römische Glasindustrie

schweren Schaden. Sie bestand lediglich in der byzantinischen und islamischen Einflusssphäre weiter. Um das Jahr 1000

entstanden in Mitteleuropa die ersten Waldglashütten, um 1400 wurden in Venedig erstmals feine Glaswaren hergestellt,

die sich nur 100 Jahre später in ganz Europa, Böhmen, Frankreich, Holland und England großer Beliebtheit erfreuten.

Mit dem Jahre 1850 setzte sich bei der Glaserzeugung die maschinelle Produktion weitgehend durch.

 

 

Die Entstehung der Glasindustrie im Oberen Waldviertel

Gebiete, in denen die Grundlagen der Glaserzeugung – Holz und Quarz – in großen

Mengen vorkamen, waren auch jene Orte, wo sich eingewanderte Glasbläser niederließen.

 

 

Waldglashütten und Pottasche

Nördlich der Alpen entstanden ab dem Jahre 1200 so genannte Waldglashütten. Ihre Bezeichnung rührt von ihrem Standort her. Besonders
das Holz der Buche war als Brennstoff zum Schmelzen der Glasmasse und zur Gewinnung der Pottasche unentbehrlich. Ein Hinweis am
Rande: Für 1 kg Glas benötigt man 2.400 kg Holz, davon werden 97 % zur Gewinnung der Pottasche verwendet und nur 3 % zu Befeuerung.
Zur Gewinnung der Pottasche wurde Holz verbrannt und die Asche in Töpfchen, so genannten „Pötter“ gekocht. Nach Verdampfung des
Wassers blieb eine farblose kristalline Substanz – die Pottasche – zurück.

Von Ostern bis zum Martinstag lebten die Glasmachen abgeschieden in Wäldern nahe an Flüssen. Hier hatten sie nicht nur ausreichend
Wasser, sondern auch Quarzsand, der ein Hauptbestandteil der Glasmasse ist, zur Verfügung. Solange der Holzvorrat für Brennstoff
und zur Gewinnung von Pottasche ausreichte, blieb man an einem Ort. Sesshaft wurden die Glasmacher erst um 1700.

 

Zurück